Freitag, 20. Januar 2012

Te Anau, Doubtful Sound!

Letzten Freitag (13.01) sind wir dann weiter nach Süden, in die kleine Stadt Te Anau (mal wieder) am gleichnamigen See gefahren. Sie liegt am östlichen Rand des Fjordland-Nationalparks, dem größten in Neuseeland. Das Fjordland ist einer der nassesten Orte der Welt, es regnet an 200 Tagen im Jahr, der Niederschlag beträgt 8-12 Meter im Jahr. Zum Vergleich: Würzburg hat etwa 0,6 Meter. :-)
Abends haben wir eine geführte Tour in die Glühwürmchen-Höhlen gemacht, wobei wir erstmal mehr als eine halbe Stunde über den See geschippert werden mussten. Die Höhlen sind ein Teil eines etwa 60 km langen, natürlichen Höhlengebietes, das von unterirdischen Flüssen ausgespült wurde, und noch immer wird. Im ersten Teil der Höhle war es daher wegen des rauschenden Wasers sehr laut, der Guide konnte sich uns nur schreiend mitteilen, zudem war es elektrisch beleuchtet. Im hinteren Teil der Höhle wurde es dann immer leiser... und dunkel. Wir bestiegen mit unserer 12 köpfigen Gruppe ein kleines Boot, um auf einem unterirdischen See bei absoluter (!) Dunkelheit und Stille zu den Glühwürmchen zu fahren. Fortbewegt hat sich das Boot, indem der Guide uns an einer Kette an der Höhlenwand entlangzog. Dort sahen wir an der Höhlendecke und an den Seiten in der Tat unzählige Glühwürmchen, die jedoch nicht mit unseren heimischen zuvergleichen sind. Die hiesigen sind 3-4 cm lange Würmer, die nicht selbst leuchten, sondern in ihrem Revier leuchtendeFäden aufhängen, in denen sich andere Insekten verfangen, um sie dann zu fressen. Da leidet die Romantik dann so ein bisschen.
In jedem Fall eine sehr interessante Erfahrung. Toll war auch der Moment, an dem in etwa einem Meter Entfernung ein anderes Boot an uns vorbeigefahren ist, man davon aber einfach nichts gesehen hat. :-)

Am nächsten Tag haben wir dann eine Tour in die Doubtful Sounds gemacht. Ein Sound ist ein Fjord, der durch einen Fluß entstanden ist. Die meisten Sounds hier sind aber eigentlich durch Gletscher entstanden... also sind die Namen geologisch fast alle falsch.
Jedenfalls mussten wir erstmal mit dem Bus zum südlich gelegenen Lake Manapouri fahren, dann mit dem Schiff (mit ca. 80 weiteren Touris) über den See, dann wieder ne halbe Stunde Bus fahren, um dann in das Schiff zu steigen, was uns 1-2 Stunden durch die Sounds gefahren hat. Es ist eine atemberaubend schöne Landschaft, von der wir aber leider nicht so viel gesehen haben, wegen der Wolken und dem Regen. Irgendwann müssen die 8 Liter Regen ja fallen. Schön war's trotzdem. Wir haben ne Menge Wasserfälle gesehen, außerdem ein paar Robben, zudem sogar ein paar schwimmende Pinguine und Delphine. Diese waren allerdings recht weit weg bzw. zu klein, so dass es mit dem fotografieren nicht geklappt hat.
Auf dem Rückweg mit dem Bus hatten wir dann noch eine kleine Führung in einem großen Wasserraftwerk: Die Turbinen werden von dem Wasser angetrieben, das aus dem 178 Meter hoch gelegenen Lake Manapouri in vertikalen Röhren auf Meereshöhe fällt. Allein mit diesem Kraftwerk decken die Kiwis 18% ihres Energiebedarfs. Auch wenn sie ja nur 4,5 Millionen Einwohner haben und entsprechend wenig Strom brauchen, sind sie sehr stolz auf ein solches Kraftwerk. Irgendwie auch zurecht.

Liebe Grüße,
Marian & Katha




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